Niederbipp kommt ins Schwärmen

Seit Anfang Mai ist unser Dorf bunt dekoriert. Gegen 400 Bienen prägen das Dorfbild Niederbipps und geben der Gemeinde einen fröhlichen Anstrich. Ideengeber des Projekts istdas Remstal, ein 78 Kilometer langes Flusstal östlich von Stuttgart. Dort ist die Biene«Remsi» nicht nur das offizielle Maskottchen der diesjährigen Remstal Gartenschau, sondern es steht sinnbildlich für hunderttausende Bienen und Insekten, die zunehmend auf der Suche nach Nahrung sind. So wurden rund 200 zusätzliche Blühflächen angelegt, dami tBienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten einen neuen Lebensraum vollerheimischer bienenfreundlicher Pflanzenarten finden.Initiantin der Aktion in unserer Gemeinde ist Christine Paroni. Die Schulleiterin stammt selber aus dem Remstal und importierte die Idee an die Schule Niederbipp. «Ich fand dieseAktion unheimlich schön», ist sie noch heute, fast ein Jahr später, angetan vomBienenschwarm, welcher sie bei der Rückkehr in ihre Heimat erwartete. «In Niederbipp steht die Optik im Vordergrund, sprich, das Ortsbild mitzuprägen und damit als Schule ganz
bewusst ein Teil der Gemeinde zu sein.» Man sehe sich aber ebenso verpflichtet, den Schülerinnen und Schülern den Hintergedanken der Aktion näherzubringen. Nämlich, auf die kritische Situation der Bienen und ihren zunehmend knappen Lebensraum aufmerksam zu machen. So haben Lehrkräfte ein Dossier erarbeitet, welches mit den Schülern parallel zur Ausstellung im Unterricht behandelt wird. Anders, als im Remstal, ist man in Niederbipp (bislang) aber nicht aktiv auf Bauern oder Landbesitzer zugegangen mit der Anfrage, zusätzliche Blühflächen bereitzustellen. Kinder ab Stufe Kindergarten bis zur 6. Klasse haben die Rohlinge (zugeschnitten von derVebo Oensingen) im TTG-Unterricht bunt angemalt. Zu sehen sind die kleinen Kunstwerke im ganzen Dorf an speziell ausgewählten Standorten. Einen Strich durch die Pläne machten die Vorschriften seitens der Behörden: Satte fünf Meter beträgt der Mindestabstand zuKantonsstrassen, drei Meter zu Gemeindestrassen – und 20 Meter zu Fussgängerstreifen! So mussten leider viele der geplanten Bienenschwärme an weniger attraktive Standorte versetzt werden. Dauern soll die Bienenausstellung noch bis im Herbst.

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